[PM] Zeugnis für Spaenle – In die Ecke mit dem Bildungssystem!

Als Satireaktion stellt die StadtschülerInnen Vertretung München (SSV) dem Kultusminister, einen Tag vor der eigenen Zwischenzeugnisvergabe, ein Zeugnis aus.

Bayern – Halbjährlich werden Schüler auf wenige Zahlen reduziert. Am 18. 02. 16 drehen die Schüler den Spieß um und zeigen dem Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle wie sich das anfühlt. Hierzu stellen sie ihm ein Zeugnis aus, in dem sie seine Arbeit in verschiedenen Fächern bewerten. Die offizielle Notenvergabe wird als Kundgebung in der Neuhauserstraße 8,80331 München, beim Richard-Strauss-Brunnen von 17:30- 18:30 Uhr stattfinden. Damit die Noten auch gehört werden, wird der Pressesprecher des Kultusministers, Ludwig Unger, Rede und Antwort stehen. Das Zeugnis umfasst eine breite Fächerwahl. Hier testen die Schüler den Kultusminister in allen Bereichen, die für ein gutes Bildungssystem von Belang sind. In Fächern wie ‚Integration von Flüchtlingen durch Übergangsklassen verlangsamen‘, ‚Schulen modernisieren (Lehrmethoden und Technik)‘ oder ‚Elitenbildung vermeiden‘ wird die mangelnde Chancengleichheit unseres aktuellen Bildungssystems deutlich.

Zora Siebauer, die 17 Jährige Schülervertreterin verrät: „Wir haben ein bisschen Noten gewürfelt und das Ergebnis war nicht sonderlich berauschend. Im Gegensatz zu den üblichen Zeugnissen haben wir uns keiner Schablone bedient, sondern Spaenles Zeugnis auf seine persönlichen, individuellen Stärken und Schwächen abgestimmt. Es wird ersichtlich, dass er seine Prioritäten endlich auf das Wohl des Schülers setzen sollte, das Fach ‚Dialog mit Schülern‘ hat er nicht einmal belegt.“

Das Zwischenzeugnis zeigt weder Motivation, Engagement, noch den aktuellen Stand der Kenntnisse des Schülers, da es immer nur einen Mittelwert abbildet. „Wenn ich in Vektor-Geometrie eine 6 schreibe, daraufhin lerne und in der nächsten Schulaufgabe eine 1 habe, also Vektor-Geometrie wie eine eins beherrsche, dann steht in meinem Zwischenzeugnis trotzdem nur eine 3.“ Hier spricht die Gymnasiastin Luka aus eigener Erfahrung. Diese 3 entspricht nicht ihren aktuellen mathematischen Fähigkeiten, höchstens noch ihrem Lernverhalten, welches jedoch niemand mehr aus einer einzigen Zahl herauslesen kann. Bei manchen Fächern zählt nicht einmal das Lernverhalten hinein, zum Beispiel wird bei Sportnoten hauptsächlich Talent und Veranlagung bewertet. Deutschnoten waren schon immer diskussionswürdig, hier kommt es darauf an ob der Schüler mit seinem Schreibstil den Geschmack des Lehrers trifft. „Diese Noten bestimmen aber unsere Zukunft!“, empört sich Luka über die Ungerechtigkeit. „Es muss sich etwas verändern, denn so wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen.“

Die PM Nr.1 steht als pdf zum Download zur Verfügung