[PM] Stell Dir vor es ist Abitur und keiner geht hin.

Die StadtschülerInnnen Vertretung München spricht sich mit ihrer kreativen Protestaktion gegen das Abitur und für den verstärkten Einsatz individueller Eignungstest an Universitäten aus.

Bayern: Am 28. April, am Tag vor der ersten Abiturprüfung fordert die StadtschülerInnen Vertretung München die Gesellschaft mit einer kreativen Banneraktion in der bayerischen Staatsbibliothek, zu hinterfragen, wie gesellschaftliche Strukturen über Abschlüsse und Zertifikate maßgeblich bestimmt werden.

Auch Menschen ohne Abitur können gute Ärzte sein oder ein Interesse an einem Philosophiestudium mitbringen – die Träume bleiben dabei jedoch meist weit hinter der Wirklichkeit zurück. Die SSV fordert daher verstärkt, Eignungsprüfungen für Studiengänge einzuführen, um die wirklich wichtigen Kompetenzen zu prüfen und dafür die Anerkennung aller Schulabschlüsse neu zu überdenken.

Am Freitag den 29.04.2016 findet für über 40.000 bayerische Schüler die erste Abiturprüfung statt. Für viele ist diese Prüfung in Mathe die entscheidende, mit der das Abi steht oder fällt. „Nicht nur die Osterferien sondern auch der Geldbeutel der Eltern leidet: In meiner Jahrgangsstufe hat etwa die Hälfte einen Mathe Vorbereitungskurs für das Abitur besucht.“, erzählt die 18-jährige Schülerin Luka Fischer. Von solch einer Abiturprüfung hängt am Ende ab, ob jemand die Chance bekommt, seinem gewünschten Beruf, seinem Interesse eben nicht.

Stell Dir vor es ist Abitur und keiner geht hin, die Guerilla Aktion der SSV vor der Staatsbibilothek München.

Stell Dir vor es ist Abitur und keiner geht hin, die Huerilla Aktion der SSV vor der Staatsbibilothek

 

Zwei große gefüllte Heliumluftballons steigen an die Decke der bayerischen Staatsbibliothek, ein Ort der MeinungsBildung, welcher regelmäßig von Abiturienten mit „Stark Büchern“ belagert ist. An den Luftballons hängt ein 4m langer Banner in Tafeloptik auf dem prangt: „Stell dir vor, es ist Abitur und keiner geht hin”. Die Anspielung auf das Zitat von Bertolt Brecht „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ soll dabei keineswegs die Abiturprüfungen mit Krieg gleichsetzen sondern lediglich zeigen, dass letztlich jedeR einzelne Teil des Ganzen ist und durch seinen Beitrag die Gesellschaft in der wir leben mitbestimmt – und entweder schweigend hinnimmt oder aufsteht und sich einsetzt, z.B. für ein besseres Bildungssystem, in dem es neben Druck auch Zeit für individuelle Entwicklung geben muss.

„Uns geht es nicht darum, etwas geschenkt zu bekommen. Wir wollen nicht als Kinder abgestempelt werden, die mit dem Fuß stampfen, weil sie Leistungen abliefern müssen. Mit unserer Aktion wollen wir auf die viel zu große Bedeutung von Prüfungen in unserem Bildungssystem hinweisen und rufen dazu auf, gemeinsam Testverfahren zu entwickeln, die die wirkliche Eignung des einzelnen Menschen individuell beurteilen können!“, betont die Abiturientin Luka Fischer abschließend.

 

Die Pressemitteilung Nr. 3 steht in unserem Pressearchiv zum Download zur Verfügung.